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Konkrete Lösungen für echte Herausforderungen
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Konkrete Lösungen für echte Herausforderungen
Mit Präsentationen und Prototypen zeigen die Studierenden, welche Lösungen sie für die Problemstellungen der Bäckerei biokaiser und der Stadt Friedberg erarbeitet haben.
Konkrete Lösungen für echte Herausforderungen
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13. Oktober 2026
COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Wie kann ein leerstehendes Gebäude erst zum Lern- und Experimentierraum, dann zu einer florierenden Bio-Bäckerei werden? Und wie muss Stadtmobiliar künftig gestaltet sein, damit es auch unter den Bedingungen des Klimawandels funktioniert? Mit solchen konkreten Fragen haben sich Friedberger Master-Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) beschäftigt.
Im Rahmen der FutureScape Conference präsentierten fünf Teams ihre Lösungsideen. Die zu lösenden Herausforderungen kamen dabei von lokalen Partnern: Die ökologische und gemeinwohl-zertifizierte Bäckerei biokaiser bat drei Teams des ersten Semesters, sich mit dem Filialraum, der alten „Bierbörse“ in Friedberg, zu beschäftigen. Die Stadt Friedberg vertraute zwei Teams des zweiten Semesters das Oberthema „klimawandelangepasste Stadt“ an.
Das Format ist Teil des sogenannten Challenge Based Learning, das im englischsprachigen Studiengang Sustainability Transformation in Engineering and Management (STEM) eine zentrale Rolle spielt. Die Studierenden arbeiten dabei an realen Problemstellungen und entwickeln mit den externen Partnern Lösungsansätze, die sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen orientieren. Gefragt sind nicht allein fachliche Kenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, Anforderungen zu analysieren und aus einer offenen Fragestellung eine umsetzbare Idee zu entwickeln.
Biokaiser gab den Erstsemestern ein Platzproblem mit auf den Weg: In der künftigen Friedberger Filiale steht deutlich mehr Raum zur Verfügung, als benötigt wird. Im Sinne des Ziels „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ sollten sie Lösungen dafür erarbeiten. Eine Idee ist unter anderem, einen Teil der Filiale als Ausstellung zu nutzen. Durch Kundenbefragungen fanden die Studierenden heraus, dass für Käuferinnen und Käufer Geschmack, Qualität und Nähe entscheidend sind. Sie nutzten die Möglichkeiten des THM-Makerspaces OpenA5, um einen Tisch zu bauen, unter dessen Glasplatte sie den Weg des Korns vom Feld sowie weiterer Zutaten aus der Region bis zum Produkt in der Auslage anschaulich darstellten.
Für die Studierenden bietet das Format des Challenge Based Learnings die Möglichkeit, ihr neu erworbenes Wissen unmittelbar auf praktische Fragestellungen anzuwenden und dabei Erfahrungen zu sammeln, die über klassische Lehrveranstaltungen hinausgehen. Für die Challenge Provider wiederum entstehen neue Perspektiven auf Herausforderungen, für die es nicht zwangsläufig bereits fertige Lösungen gibt.
Beste Beispiele waren dafür auch die Präsentationen für die Stadt Friedberg. Sie wollte Stadtmobiliar, das dem Klimawandel Rechnung trägt. Beispielhaft steht dafür der „Baum 2.0“: Eine Sitzgruppe um eine aufragende, schattenspendende Struktur. Diese trägt Solarpaneele, die sie mit Strom versorgen – betritt jemand einen bestimmten Radius, werden an heißen Tagen Ventilatoren aktiviert, Wasser wird fein vernebelt. Außerdem sollen dort Smartphones aufgeladen werden können, Infotafeln können ortsspezifische Hinweise geben oder etwa Fahrpläne anzeigen.
„Für uns als Lehrende sind die Ergebnisse beider Semester ein gelungenes Beispiel dafür, wie Studierende eigenständig Herausforderungen aufgreifen und praxisnahe Lösungen entwickeln. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung: Die Qualität und das Niveau der aktuellen Prototypen zeigen, wie sich die Studierenden fachlich und persönlich weiterentwickeln und zunehmend selbstständig anspruchsvolle Aufgaben bewältigen“, sagt Prof. Dr. Nadine Wills-Stroh, die die Teams begleitet hat.
Die bereits zweite FutureScape Conference liefert mit solch praxisnahen Arbeitsergebnissen den Beleg, wie STEM Nachhaltigkeit, Technologie und Management verbindet. Der international ausgerichtete Studiengang in Friedberg richtet sich an junge Menschen, die komplexe Zukunftsfragen nicht aus nur einer fachlichen Perspektive betrachten wollen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Lösungen, die technologische Möglichkeiten mit ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen verbinden und vor allem auch in weniger wohlhabenden Weltregionen umsetzbar sind.