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Bremer Lehramtsstudium inspiriert Forscherin aus Japan

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Bremer Lehramtsstudium inspiriert Forscherin aus Japan Akiko Ito tauscht sich gerne mit dem Lehramtsstudenten und Tutor Nabil Bagdady aus. Zudem besucht sie regelmäßig Ringvorlesungen, die an ihre Forschung anknüpfen. Nabil ist im Rahmen seiner Tätigkeit als Tutor an der Organisation und Betreuung der UMHET (Umgang mit Heterogenität)-Ringvorlesung beteiligt. © Annemarie Popp / Universität Bremen Seit April 2026 forscht die Japanerin Akiko Ito von der Universität Fukuoka als Gastprofessorin am Fachbereich 12 Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Im Arbeitsbereich „Bildung in der Migrationsgesellschaft“ unter der Leitung von Professorin Yasemin Karakaşoğlu möchte Ito eine Frage erforschen, die sie seit Jahren umtreibt: Wie kann sich ein Bildungssystem weiterentwickeln – zu einem Ort, der Schüler:innen mit und ohne Migrationsgeschichte die gleichen Chancen bietet? Ist Deutschland hier möglicherweise bereits Schritte gegangen, die Japan inspirieren könnten? Es ist kein Zufall, dass Akiko Ito ausgerechnet in der Arbeitsgruppe „Bildung in der Migrationsgesellschaft/Interkulturelle Bildung“ an der Uni Bremen gelandet ist. „Ich kenne Yasemin Karakaşoğlu seit fast zehn Jahren. Wir sind uns auf Fachkonferenzen begegnet und haben schnell gemerkt, dass uns ähnliche Fragen interessieren“, erzählt die Forscherin in fließendem Deutsch. Dass sie Deutsch gelernt hat, ist ebenfalls gut durchdacht. „In den Erziehungswissenschaften ist Deutsch die übliche Sprache“, erläutert Yasemin Karakaşoğlu. Wer die einschlägige Fachliteratur in der Originalsprache rezipieren wolle, sei gut beraten, sich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Dennoch komme es nicht alle Tage vor, dass eine Professorin aus Ostasien eine perfekt formulierte Mail an sie schickt, um konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten, ergänzt Karakaşoğlu: „Ich sagte freudig zu“. Mittlerweile liegen diverse gemeinsame Projekte hinter den beiden Wissenschaftlerinnen. „2024 war ich in Japan und habe Schüler:innen mit chinesischem Migrationshintergrund zu ihren Erfahrungen in der Schule befragt“, berichtet Karakaşoğlu. Akiko Ito hatte ihr damals den Zugang in die Schulen verschafft und bei den Interviews übersetzt. Wenig später dann der Gegenbesuch: Nun war die japanische Forscherin mit Yasemin Karakaşoğlus Unterstützung in Bremer Schulen unterwegs, um Kinder und Jugendliche mit Migrationshinter-grund zu interviewen. Das Material dieser Doppelstudie werten die Forscherinnen aktuell gemeinsam aus. „In erster Linie möchte ich das Leben von Menschen mit Migrationsgeschichte in Japan spürbar verbessern.“ Akiko Ito Menschen mit Migrationsgeschichte in Japan benachteiligt Doch es ist nicht nur das akademische Interesse, das Akiko Ito antreibt. „In erster Linie möchte ich das Leben von Menschen mit Migrationsgeschichte in Japan spürbar verbessern“, stellt die Forscherin klar. Die Gesellschaft ihres Heimatlandes sei kulturell nicht so offen wie die deutsche. „Dies führt dazu, dass Menschen mit Migrationsgeschichte in Japan benachteiligt sind, nicht selten Alltagsrassismus und Hassrede erleben“, berichtet Ito. Ihr ist bewusst, dass es diese Probleme auch in Deutschland gebe. Allerdings habe sie im direkten Vergleich der beiden Bildungssysteme den Eindruck gewonnen, dass Deutschland in Sachen interkultureller Bildung bereits einige Schritte vorangekommen sei. Daher erhofft sie sich von ihrem Gastaufenthalt konkrete Ansätze für ihre Heimat. Professorin Akiko Ito forscht seit April 2026 als Gastprofessorin am Fachbereich 12 Erziehungs- und Bildungswissenschaften. © Annemarie Popp / Universität Bremen Konkret möchte Ito angehende Lehrkräfte sensibilisieren für die vielschichtigen Diskriminierungen, mit denen sich migrantische Schüler:innen in Japan konfrontiert sehen. Dafür hat sie in den ersten Monaten ihres Aufenthalts an der Uni Bremen bereits einige Inspirationen bekommen. „Im Sommersemester war ich aktiv in der Lehre beteiligt. Ich habe gesehen, wie den Lehramtsstudierenden der Umgang mit Heterogenität in der Schule konkret vermittelt wird. Das war sehr eindrücklich für mich“, berichtet die Forscherin. Sie hat auch schon eine Idee, wie sie ihre Erkenntnisse ins japanische Lehramtsstudium einbringen könnte: „Das Kerncurriculum ist zwar streng reglementiert, aber möglichweise könnten wir Aspekte der diskriminierungssensiblen Ausbildung in den verschiedenen Veranstaltungen aufnehmen.“ Wie gut können Referendar:innen das Gelernte anwenden? Doch bis sie im Frühjahr 2027 nach Japan zurückkehren wird, liegen noch einige spannende Monate in den Bremer Erziehungswissenschaften vor ihr. Aktuell realisiert Akiko Ito eine Evaluationsstudie über die bremische Lehramtsausbildung. Ihre Kernfrage: Wie gut können die angehenden Lehrkräfte die theoretischen Inhalte aus dem Studium in ihrem Referendariat umsetzen? „Dafür besuche ich die Referendar:innen an ihren Schulen und führe Interviews“, erklärt Akiko Ito. Und was macht die japanische Professorin, wenn sie mal nicht arbeitet? „Ich engagiere mich in der Gewerkschaft GEW und bei Profs gegen Rechts“. Es sei ihr wichtig, dem Erstarken der Rechten etwas entgegen zu setzen. „Ich bringe mich gern aktiv in die Bremer Zivilgesellschaft ein.“ Das habe auch damit zu tun, dass sie sich hier von Anfang an willkommen gefühlt habe. „Das Welcome Center des International Office hat mir schon im Vorfeld meiner Reise und auch bei der Ankunft sehr gut geholfen. Ich bekam alle Infos, die ich brauchte und konkrete Hilfe, beispielsweise hatten sie gleich ein Wohnungsangebot für mich. Nach meiner Ankunft unterstützten sie fürsorglich bei der Einwohneranmeldung und dem Antrag meines Aufenthaltstitels. “, erinnert sich die Forscherin. Sie fühle sich wohl an der Uni Bremen: „Ich habe den richtigen Ort gefunden“. Weitere Informationen Zur Webseite des Arbeitsbereichs „Bildung in der Migrationsgesellschaft“ der Universität Bremen Zur Webseite Welcome Center der Uni Bremen zurück back Auch interessant… O-Woche 2026: Eindrücke vom Semesterstart in Bildern Lehre & Studium / Campusleben / Studienstart So starteten die Erstis an der Uni Bremen Studieren in Japan: Ein Auslandsjahr zwischen Campus und Alltag Lehre & Studium Masterstudentin Jasmin über das Studieren, Wohnen und Leben in Japan Diversität als gelebter Anspruch an der Universität Bremen Uni & Gesellschaft Wie die Universität Diversität strukturell verankert, im Alltag umsetzt und als Motor für Qualität und Zukunftsfähigkeit versteht