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„Echte Transformation kann uns nur gemeinsam gelingen“
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„Echte Transformation kann uns nur gemeinsam gelingen“
Neue Dekanin an der Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft„Echte Transformation kann uns nur gemeinsam gelingen“
12. Oktober 2026, von Anna Priebe
Foto: UHH, RRZ/MCC, Mentz
Prof. Dr. Nale Lehmann-Willenbrock ist Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie und neue Dekanin der Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft.
Seit dem 1. Oktober 2026 ist Prof. Dr. Nale Lehmann-Willenbrock neue Dekanin der Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg. Im Interview spricht sie über Herausforderungen, hilfreiche Ansätze aus ihrer Forschung und die Bedeutung von Humor in schwierigen Zeiten.
Wie bist Du in Dein neues Amt gestartet?
Ich habe mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen für das Vertrauen bedankt. Unsere Fakultät steht vor riesengroßen Herausforderungen durch die notwendigen Kürzungen und Verschlankungen im Rahmen des Strukturprozesses. Gleichzeitig wollen wir unsere Forschungsstärke und die Qualität unserer Lehre bewahren. Das erfordert echte Transformation und kann uns nur gemeinsam gelingen – in Kooperation mit dem Präsidium und der Politik. Ich freue mich darauf, diesen Prozess aktiv mitgestalten zu können.
Was motiviert dich, dich neben der Forschung und Lehre in der universitären Selbstverwaltung zu engagieren?
Ehrlich gesagt: In Zeiten von Sparzwängen ist die akademische Selbstverwaltung nicht gerade ein Erholungsort. Da bin ich aber stur und denke mir: jetzt erst recht. Wenn die Mittel knapper werden, dürfen wir nicht in Schockstarre verfallen, sondern müssen unsere Arbeit so gestalten, dass Spitzenforschung und Lehre trotz der Hürden stark bleiben. Als Arbeits- und Organisationspsychologin erforsche ich, wie Teams und Organisationen auch unter erschwerten Bedingungen gut zusammenarbeiten. Ich möchte meine Expertise einbringen, um unsere Fakultät pragmatisch durch die nächsten Jahre zu steuern.
Gibt es denn auch spezielle Erkenntnisse für Führungskräfte, die du direkt für deine neue Tätigkeit übernehmen wirst?
Ja, jede Menge. Ich forsche zum Beispiel viel zu Meetings in Organisationen und bemühe mich, Sitzungen so zu gestalten, dass sie Energie spenden und Entscheidungen bringen statt Zeit zu rauben.
Außerdem wissen wir aus der organisationspsychologischen Forschung, dass psychologische Sicherheit essenziell für gute Zusammenarbeit und gemeinsame Leistung ist. Das bedeutet: Alle müssen sich trauen, Risiken einzugehen, Fehler offen anzusprechen und neue Ideen zu äußern – unabhängig von der eigenen Rolle oder Funktion in der Organisation. Und schließlich zeigt die Forschung auch: Nachhaltige Veränderung funktioniert nur über Beteiligung. Gemeinsam mit dem Dekanatsteam werden wir also Entscheidungen dort vorbereiten und treffen, wo die Expertise sitzt, und den Prozess transparent begleiten.
Es sind sehr herausfordernde Zeiten. Wo siehst du die drei großen Themen deiner Amtszeit?
Erstens: Synergien erschließen. Wenn finanzielle Ressourcen knapper werden, liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Nutzen von Strukturen ein großes Potenzial. Zweitens: Digitalisierung für die Prozessoptimierung nutzen, um unseren Wissenschaftler:innen, den Mitarbeitenden unserer Verwaltung und den Studierenden spürbar Zeit und Entlastung zu verschaffen. Und Drittens: Resilienz fördern. Die aktuellen Rahmenbedingungen sind zehrend und wir brauchen eine Organisationskultur, die psychische Gesundheit, Transparenz und gegenseitige Unterstützung sichert, damit unsere Fakultät auch unter dauerhaftem Druck handlungsfähig und motiviert bleibt.
Wie möchtest du die Zusammenarbeit mit dem Dekanat und der Fakultätsverwaltung gestalten?
Auf Augenhöhe und ohne hierarchische Barrieren. Verwaltung und Wissenschaft ziehen an einem Strang. Im Dekanatsteam wird offen und ehrlich gesprochen, auch bei unbequemen Themen. Und: Es muss dabei unbedingt Platz für Humor bleiben, nicht nur, weil die Dekanatsarbeit dann mehr Spaß macht, sondern weil geteilter Humor nachweislich unsere Teamproduktivität steigert.
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