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Exzellenzbereich „Globale Dynamiken“ stellt die Weichen bis 2032
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Exzellenzbereich „Globale Dynamiken“ stellt die Weichen bis 2032
Nachricht vom 13.10.2026
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Die Universität Leipzig richtet ihren Exzellenzbereich „Globale Dynamiken“ auf die kommenden Jahre aus. Bei der Auftaktveranstaltung am 1. Oktober 2026 ging es um den Generationenwechsel in der Leitung, neue fächerübergreifende Forschungsinitiativen und den Global Hub. Ab 2027 soll der Forschungsneubau die Arbeit des Bereichs unter einem Dach zusammenführen.
Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell (r.) überreicht Prof. Dr. Nadin Heé, Direktorin des ReCentGlobe, Blumen zum Auftakt der neuen Entwicklungsphase. Foto: Florian Förster
Geopolitische Machtverhältnisse verschieben sich, Gesellschaften driften auseinander, Gewissheiten erodieren, Ökosysteme geraten unter Druck. Der Exzellenzbereich „Globale Dynamiken“ untersucht solche Transformationsprozesse in Geschichte und Gegenwart, an der Schnittstelle von Sozial-, Geistes- und Umweltwissenschaften. Eine tragende Rolle spielen dabei die zahlreichen Regionalwissenschaften und Kleinen Fächer in Leipzig: Sie bringen die Sprachen, Quellen und Perspektiven der jeweiligen Weltregionen in die Forschung ein.
Getragen wird der Bereich vom Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe), einer zentralen Einrichtung der Universität, die eng mit internationalen Partnern sowie Leibniz- und Max-Planck-Instituten der Region zusammenarbeitet.
Zum Auftakt hatte die Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell das Direktorium des ReCentGlobe, die Sprecher:innen neuer Forschungsinitiativen sowie Mitglieder von Fakultäten, Rektorat und Verwaltung eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Bereich seine Kräfte bündeln, seine Schwerpunkte weiterentwickeln und sein gemeinsames Profil für die kommenden Jahre schärfen kann.
Ein Exzellenzbereich auf dem Leipziger Weg
Mit dem Hochschulentwicklungsplan 2032 will die Universität Leipzig national und international führende Forschungsbereiche stärken. Der „Leipziger Weg“ beschreibt dafür einen Profilierungszyklus: Aus neuen Forschungsfeldern werden Potenzialbereiche, aus Potenzialbereichen Exzellenzbereiche. „Globale Dynamiken“ ist einer von fünf Exzellenzbereichen der Universität. Der Plan setzt dabei auf eine Stärke der Volluniversität: die Vielfalt ihrer Wissensbestände und Methoden entlang neuer Fragestellungen immer wieder neu zu verbinden.
Die Kriterien, die ein Exzellenzbereich erfüllen muss, hat die Forschungs- und Transferkommission der Universität festgelegt. Prof. Dr. Jens-Karl Eilers, Prorektor für Exzellenzentwicklung, stellte sie beim Auftakt vor. Dazu gehören die wiederholte Einwerbung großer Verbundprojekte und internationale Sichtbarkeit. „Globale Dynamiken“ erfüllt sie auf der Grundlage langer Verbunderfahrung: In den vergangenen 15 Jahren haben mehrere DFG-geförderte Graduiertenkollegs und Schwerpunktprogramme, ein Sonderforschungsbereich und eine Kolleg-Forschungsgruppe seine Programmatik getragen. Dazu kamen zwei vom Bundesforschungsministerium finanzierte Zentren und aktuell der Leipziger Standort des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Laut Gründungsdirektor Prof. Dr. Matthias Middell hat der Bereich in dieser Zeit rund 70 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben – etwa das Fördervolumen eines Exzellenzclusters über zwei Förderperioden. Weil stets mehrere Verbünde parallel liefen, trägt dieses Portfolio das Forschungsprogramm über einzelne Förderentscheidungen hinweg.
Ebenso breit ist die Basis in der Nachwuchsförderung: Rund 60 Betreuer:innen haben mehr als 200 Promotionen im Bereich begleitet. Heute forschen über 100 Promovierende an der Graduate School Global and Area Studies, die die Promotion mit der Verbundforschung über Fächer- und Fakultätsgrenzen hinweg verbindet.
Neue Generation, neue Initiativen
Die Rektorin dankte den Gründungsdirektoren Matthias Middell und Prof. Dr. Christoph Kleine, die das Zentrum aufgebaut und geprägt haben. Die Leitung der nächsten Phase liegt bei Direktorin Prof. Dr. Nadin Heé. Mit ihr übernimmt eine neue Generation Verantwortung: Forschende mit Förderungen des Europäischen Forschungsrats (ERC) und aus dem Emmy-Noether-Programm der DFG bringen eigene Profile und internationale Netzwerke ein. Das Zentrum unterstützt sie mit Antragswerkstätten, fachlichem Austausch und internationalen Kooperationen dabei, eigene Forschungsprogramme aufzubauen und Leitungsverantwortung in größeren Verbünden zu übernehmen.
„Wir bauen auf einem starken Fundament auf und entwickeln es in neuen Forschungsinitiativen weiter“, sagte Heé. Vier solcher Initiativen sind in den vergangenen beiden Jahren entstanden. Drei befassen sich mit ethischen Fragen wirtschaftlichen Handelns, mit autoritären Dynamiken und mit globalen Verflechtungen von Mensch und Umwelt. Die vierte, „Global Easts“, bietet eine Perspektive, die viele dieser Vorhaben verbinden kann: einen relationalen Ansatz jenseits der Unterscheidung von Globalem Norden und Süden. Ihn entwickeln Forschende des Bereichs gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und dem Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). Die Gruppen arbeiten über einzelne Förderanträge hinaus zusammen und bauen ihre Programme schrittweise zu Verbundvorhaben aus. Ihre Fragestellungen schärfen sie in regelmäßigen Forschungsretreats, das vierte fand am Tag nach dem Auftakt statt.
Der Global Hub als gemeinsamer Ort
Einen gemeinsamen Ort erhält diese Arbeit im Global Hub. Der vom Wissenschaftsrat empfohlene und von Bund und Freistaat Sachsen finanzierte Forschungsbau am Wilhelm-Leuschner-Platz soll ab 2027 Institute, Projektteams, die Graduiertenschule und die Labs des ReCentGlobe zusammenführen, die bislang über die Stadt verteilt arbeiten. Ein Konferenzzentrum und Räume für digitale Forschungsmethoden schaffen die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit Partnern weltweit. Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen öffnen das Haus für Stadt und Region. Internationale Gäste, Promovierende und Forschende vieler Fächer sollen hier gemeinsam neue Vorhaben entwickeln. So soll der Bau den Exzellenzbereich auch international als Adresse für die Erforschung globaler Dynamiken sichtbar machen.
Erstellt von: Roman Krawielicki
Dank an die Gründungsdirektoren: Prorektor Prof. Dr. Jens-Karl Eilers, Prof. Dr. Matthias Middell, Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell, Prof. Dr. Christoph Kleine und Direktorin Prof. Dr. Nadin Heé (v. l. n. r.). Foto:…
Prorektor für Exzellenzentwicklung Prof. Dr. Jens-Karl Eilers, Direktorin Prof. Dr. Nadin Heé und Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell (v. l. n. r.) beim Auftakt des Exzellenzbereichs „Globale Dynamiken“. Foto: Florian…